Viel Lob für das Ehrenamt

Neujahrsempfang

David McAllister, Mitglied des Europäischen Parlaments, war der Gastredner  beim  Neujahrsempfang  der  CDU  im  Zollhaus. Foto: Janout
David McAllister, Mitglied des Europäischen Parlaments, war der Gastredner beim Neujahrsempfang der CDU im Zollhaus. Foto: Janout
Die CDU Rastede lud zum Neujahrsempfang. Als Festredner waren der EU-Politiker David McAllister und Bürgermeisterkandidat Alexander von Essen zu Gast.

„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es“, zitierte Corinna Martens, Vorsitzende der CDU Rastede, den Schriftsteller und Kabarettisten Erich Kästner beim Neujahrsempfang im Zollhaus und bedankte sich bei den geladenen Gästen für ihr Engagement im Ehrenamt.

„Ehrenamt kostet oft Zeit, Kraft und Nerven. Aber durch Menschen wie Sie wird unsere Gesellschaft lebendiger und wärmer“, so Martens. Mit dem traditionellen Neujahrsempfang wolle die CDU Rastede die Bedeutung des Ehrenamts unterstreichen.

Rund 140 Gäste waren der Einladung in diesem Jahr gefolgt. Auch Bürgermeister Dieter von Essen nutzte die Gelegenheit, um sich für den Einsatz der Freiwilligen und für die gute Zusammenarbeit während seiner Amtszeit zu bedanken. Rückblickend erinnerte er an die Einführung der Ehrenamtskarte im vergangenen Jahr. „218 Karten wurden bisher ausgestellt“, so von Essen. 2019 wolle man das Verfahren noch einmal überprüfen, kündigte er an. Dabei sollen Ungerechtig-keiten aufgespürt und gegebenenfalls nachgebessert werden.

Auch der CDU-Bürgermeisterkandidat Alexander von Essen lobte das Ehrenamt, als er – ausgestattet mit einem Headset-Mikro – direkt vor die Gäste trat. Ehrenamt mache glücklich, zufrieden und verlängere das Leben, werde gesagt, so der 27-Jährige. Und humorig hielt er mit einem Gedicht von Joachim Ringelnatz dagegen: „Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben! Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich ab!“ Doch eine Gemeinde ohne Ehrenamt – das wären karge Landschaften, befand von Essen. Deshalb stünde das Ehrenamt auch auf seiner Agenda als Anwärter auf den Bürgermeistersessel. Unter dem Motto „Gutes bewahren und Neues gestalten“ wolle er gemeinsam mit den Bürgern ein Leitbild für die Gemeinde entwickeln. „Bringen Sie sich ein“, forderte er die Anwesenden auf.

Vom Mitmachen lebe eine Demokratie, betonte sogleich auch der folgende Festredner. David McAllister, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige An-gelegenheiten im Europaparlament, war aus Brüssel angereist. Er hielt eine ernsthafte Rede mit humorvollen Vorworten, sprach über den Brexit und über den Wert der Europäischen Union. „Die EU ist ein großartiges Projekt des Friedens und der Freiheit“, so McAllister. „Und die europäische Idee ist eine großartige Idee!“ Trotzdem sei die EU nicht perfekt, räumte er ein. Immer wieder habe man es geschafft, die großen Erfolge miserabel zu verkaufen. „Dennoch: wir sind alle kleine Länder und gemeinsam sind wir stärker.“ Unbestritten sei aber, dass sich die EU verbessern müsse. „Wir brauchen eine EU, die sich bei den großen, wesentlichen Aufgaben stärker positioniert und bei kleineren Themen mehr zurücknimmt. Vieles sei noch zu bürokratisch. Europa müsse nicht in die kleinsten Strukturen einwirken. Bei der Datenschutzverordnung etwa seien die Vereine vor Ort die Leidtragenden. Das, was eigentlich für große Firmen gedacht war, müssten die Ehrenamtlichen nun ausbaden.

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