CDU will Turnierplatz erhalten
Der Turnierplatz im Schlosspark ist für viele Rastederinnen und Rasteder weit mehr als eine Grünfläche im Zentrum der Gemeinde: Er ist Bühne für die Internationalen Rasteder Musiktage, Austragungsort des Oldenburger Landesturniers, Treffpunkt beim Ellernfest und Schauplatz des Grasbahnrennens - das soll er nach Auffassung der CDU-Fraktion auch bleiben.
"Unsere Traditionsveranstaltungen sind feste Bestandteile des Gemeindelebens – und genau deshalb blickt die CDU-Fraktion mit großer Skepsis auf die aktuell diskutierten denkmalpflegerischen Umgestaltungspläne für das Areal", erläuterte CDU-Ratsherr Tim Kammer in der jüngsten Ratssitzung.
Im Zusammenhang mit der Beschlussvorlage 2025/208 und möglichen Fördermitteln in Höhe von bis zu 260.000 Euro hatte sich die CDU intensiv mit den vorgeschlagenen Varianten zur Sanierung und Umgestaltung des Turnierplatzes befasst. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Fraktion lehnt sämtliche Maßnahmenbündel ab.
CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Tim Kammer betont, dass die Ablehnung nicht allein aus finanziellen Gründen erfolgt: „Natürlich spielt der Haushalt eine Rolle. Aber entscheidender sind für uns die Zielrichtung und die Rahmenbedingungen dieser Maßnahmen.“
Aus Sicht der CDU steht dabei eine zentrale Frage im Raum: Soll der Turnierplatz auch künftig klar als Turnier- und Veranstaltungsplatz erkennbar bleiben – oder droht er im Zuge denkmalpflegerischer Zielsetzungen seine Identität zu verlieren? „Für uns ist es von zentraler Bedeutung, dass der Turnierplatz seinen Charakter als Turnier- und Veranstaltungsplatz im Zentrum unserer Gemeinde behält und auch künftig für vielfältige Veranstaltungen nutzbar bleibt“, so Kammer.
Besonders kritisch sieht die CDU den denkmalpflegerischen Ansatz, der den Turnierplatz vor allem als Störung des historischen englischen Landschaftsgartens betrachtet. Diese Sichtweise teilt die Fraktion ausdrücklich nicht. „Wir betrachten den Turnierplatz selbst als historisch gewachsen und schützenswert – und nicht als gestalterischen Fehler, der korrigiert werden muss“, stellt Kammer klar.
Konkret stößt sich die CDU-Fraktion unter anderem an geplanten Maßnahmen wie dem anthrazitfarbenen Streichen der Zaunanlage, dem Ersatz gepflasterter Tribünenflächen durch Splitt oder Rasen sowie dem Rückbau von Stufen entlang der Wege.
Hintergrund dieser Eingriffe sind die Förderbedingungen im Bereich Denkmalschutz. Genau hier sieht die CDU einen grundsätzlichen Zielkonflikt. „Wer Fördergelder mit dem Schwerpunkt Denkmalschutz in Anspruch nehmen möchte, muss zwangsläufig gestalterische Zugeständnisse machen. Dazu sind wir als CDU-Fraktion nicht bereit“, erklärt Kammer deutlich. Der Erhalt prägender Elemente – etwa der weißen Zaunanlage – sei unter diesen Voraussetzungen schlicht nicht möglich.
Trotz der klaren Ablehnung der aktuellen Vorlage macht die CDU zugleich deutlich, dass sie den Handlungsbedarf am Turnierplatz nicht verkennt. Insbesondere die Tribünenanlage müsse gesondert betrachtet und langfristig ertüchtigt werden, um auch künftig große Veranstaltungen sicher und attraktiv durchführen zu können. „Das muss aber unter anderen Vorzeichen geschehen als den derzeit vorgeschlagenen“, so Kammer.
Die CDU Rastede bekräftigt, dass sie weiterhin hinter den großen Traditionsveranstaltungen steht und das ehrenamtliche Engagement der Vereine und Organisatoren aktiv unterstützt. Gleichzeitig sieht sie sich in der Verantwortung, den besonderen Charakter des Turnierplatzes zu bewahren. Oder, wie Kammer es zusammenfasst: „Der Turnierplatz ist ein Aushängeschild unserer Gemeinde – und genau so soll er auch erkennbar bleiben.“